“Einzeller”

Eine komplexe dreidimensionale Form, die im virtuellen Raum erzeugt wird, als dreidimensionales Gebilde “auszudrucken”, das ist die Faszination von Rapid Manufacturing. Der Halsschmuck “Einzeller” entspringt der Idee, Rapid Manufacturing Verfahren anzuwenden, um individuellen Schmuck zu produzieren.

Titan ist das Metall der Raumfahrt: Es ist besonders leicht bei hoher Festigkeit und es ist korrosionsbeständig. Seine gute Hautverträglichkeit macht es zudem zu einem geeigneten Schmuckmetall.

Bei “Einzeller” wird die Festigkeit des Werkstoffes Titan genutzt, um eine druckknopfähnliche Verbindung herzustellen. Die einzelnen Elemente können zusammen und auseinander geklickt werden. Ein aufwendiges Montieren oder Löten in der Herstellung entfällt.

Damit kann auch die Kundin selbst den Halsschmuck auf die jeweils gewünschte Länge zusammen klicken. So passt die Länge des Schmuckstückes immer zur Garderobe. Auch ein Armband lässt sich aus den gleichen Elementen bilden. Ein variables Schmuckstück, das viele Modezyklen begleiten kann.

Langlebig ist nicht nur das Design, auch das Material ist sehr haltbar. Bei normaler Benutzung leiert es weder aus noch bricht es. Das alles bei einem Gewicht, das fast nicht zu spüren ist.

Identische, maschinell erzeugte Teile werden zusammen gesteckt. Zusätzlich kommt der Zufall ins Spiel: Durch das Kugelgelenk sind die Elemente um ihre Längsachse drehbar und können sich so unabhängig voneinander ausrichten. Der ornamentale Effekt bewegt sich in einer Spannung zwischen Zufall und Regelmäßigkeit.

Die warme, graue Farbe von Titan harmonisiert gut mit unterschiedlichen Hauttönen. Titan wirkt wärmer und geschmeidiger als Edelstahl. Bei Titan eröffnet sich aber auch eine faszinierende Möglichkeit der Farbgebung: An der Oberfläche lassen sich Interferenzfarben erzeugen.

Seifenblasen, Schmetterlingsflügel, irisierende Vogelfedern, diese schillernden Farben entstehen nicht durch Pigmente, sondern durch Interferenz. Lichtwellen treffen auf eine dünne Schicht und werden in zwei Anteile gespalten, ein Teil wird an der dünnen Schicht reflektiert, der andere Teil an der darunter liegenden Schicht. Auf dem Rückweg überlagern sich die reflektierten Wellen und verstärken sich oder heben sich auf. Eine Farbe entsteht, welche immer leicht schillert, sich mit dem Einblickwinkel verändert.

Die Blautöne von “Einzeller” sind solche, durch Anodisieren entstandene Interferenzfarben. Das Anodisieren verändert die Oberflächenstruktur des Titans im Nanometermaßstab. Abhängig von der Schichtdicke dieser Oberflächenveränderung entsteht eine definierte Farbe. Dieser Prozeß ist seit langem bekannt. Damit aber das Bauteil in sich gleichmäßig gefärbt ist und die Farbe auch in verschiedenen Chargen konsistent bleibt, ist Know-how und Fingerspitzengefühl erforderlich.

iF gold award